Abgeordnete pflanzten mit der AG Wald 143 Winterlinden im Häslachwald in Stuttgart

Wald der Demokratie

Was kann besser die Bedeutung des Waldes und seiner Leistungen für die Gesellschaft und für die Natur demonstrieren, als eine Baumpflanzung? Auf Initiative der AG Wald Baden-Württemberg hin sind 143 Winterlinden im Häslachwald gepflanzt worden. Im sogenannten Wald der Demokratie steht jeder Baum für einen gewählten Abgeordneten des Landtages von Baden-Württemberg.

Sieben Landtagsabgeordnete griffen selbst zur Schaufel, um die jungen Bäumchen fachgerecht einzusetzen. Andreas Kenner (SPD), Gabriele Reich-Gutjahr(FDP/DVP), Udo Stein (AfD), Christine Baum (AfD), Klaus Hoher (FDP/DVP), Frau Christine Neumann und Herr Raimund Haser (beide CDU) packten unter Anleitung von Revierförster Wolfgang Heckel tatkräftig an.

Die ökologisch wertvollen Winterlinden ersetzen einen geräumten Fichtenbestand und sind damit Teil forstlicher Umbaumaßnahmen zu klimastabilen Mischwäldern, sagte Heckel. Das Waldgrundstück und damit auch die auf der Fläche gepflanzten Bäume gehören der Stadt Stuttgart. Die Pflanzung der Winterlinden konnte dank der Unterstützung durch angehende Forstwirte von ForstBW und des Stuttgarter Forstamts stattfinden, das den Wald der Demokratie weiter pflegen wird.

Mit Pflanzaktionen an vielen Standorten präsentiert sich die Arbeitsgemeinschaft Wald Baden-Württemberg als „die Lobby für den Wald“. In ihr haben sich vier forstliche Verbände zusammengeschlossen: der Baden-Württembergische Forstverein, der Bund Deutscher Forstleute, der Verein für forstliche Standortskunde und Forstpflanzenzüchtung sowie die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Erster Vorsitzender der AG Wald ist Ulrich Burr, stellvertretende Vorsitzende sind Dietmar Hellmann (BDF), Ulrich Kienzler (BWFV) und Alfred Rupf (VFS).

Zumeldung zur PM 18.10.2016 der Landesregierung Baden-Württemberg

Landesregierung stellt Leitbild „Erholung und Sport im Wald“ vor

AG Wald Baden-Württemberg e.V.: Empathie ist der Schlüssel für ein harmonisches Miteinander im Wald/ AG Wald begrüßt aktuelles Leitbild Erholung und Sport im Wald von Baden-Württemberg / Die Bedeutung von Wald als Erholungsort steigt stetig.

(Stuttgart) – „Vereinfacht gesprochen bedeutet das Ergebnis des Leitbildes: der Wald ist für uns alle da – aber nicht um jeden Preis“, begrüßt der Vorsitzende der AG Wald Baden-Württemberg, Ulrich Burr das neue Leitbild. Die Freizeitnutzung im Wald in Deutschland ist durch das im Landeswaldgesetz verankerte freie Betretungsrecht zu Erholungszwecken demokratisch geregelt. Dennoch prallen die Interessen der verschiedenen Nutzerdgruppen immer wieder hart aufeinander. Der runde Tisch war der richtige Weg, die Problematik bewusst zu machen und zu entschärfen “, sagt der Vorsitzende der AG Wald Ulrich Burr anlässlich der Vorstellung des Leitbildes Erholung und Sport im Wald durch den Ministerpräsidenten Kretschmann am 18. Oktober 2016 im Königin-Olga-Bau in Stuttgart.

Es kommt nicht oft vor, dass sich der Ministerpräsident zum Thema Wald in der Regierungspressekonferenz äußert. Umso mehr begrüßt die AG Wald das klare und längst überfällige Bekenntnis der Landesregierung zu den für die Gesellschaft wichtigen Funktionen der Wälder, die außerhalb der ständig im Fokus befindlichen ökologischen und ökonomischen Funktionen liegen. Damit wird politisch gewürdigt, dass der Wald umfassende Funktionen die Gesellschaft und die Eigentümer erbringt. Die Vielfalt dieser Funktionen und die Vielfalt der Ansprüche der Gesellschaft an die Wälder im Land müssen ausbalanciert und moderiert werden. Dies ist wesentliche Aufgabe der Forstleute im Land. Sie stehen im Zentrum der Interessenskonflikte. „Wir freuen uns, dass mit dem Leitbild auch eine Selbstverpflichtung der Interessenvertreter verbunden ist“, so der Vorsitzende der AG Wald und weiter: “Die Empathie der Waldnutzenden untereinander und das Wissen um das Ökosystem Wald und seiner Leistungen schaffen einen hohen Erholungswert“.

Das Forum „Erholung im Wald“ ist ein freiwilliger Zusammenschluss verschiedener Verbände und organisierter Nutzergruppen mit Bezug zum Wald. Es ist die Austausch- und Kommunikationsplattform auf Landesebene für einen konstruktiven Dialog. Die Hauptintention des Forums ist es, zu gewährleisten, das die vielfältigen Nutzungen des Waldes möglichst reibungslos mit- und nebeneinander stattfinden kann. Vorrangig wird an die Selbstverantwortung der Einzelnen appelliert und erst bei sichtbaren Bedarf Vorschläge zur Konfliktlösung und Weiterentwicklung von Regelungen erarbeitet.

Der Wald ist ein altbekannter Konfliktraum. Doch während die ökonomischen und ökologischen Bedeutungen und Leistungen des Waldes durch den Klimawandel und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit der Forstwirtschaft-und Naturschutzverbände an öffentlicher Aufmerksamkeit gewannen, ist die Erholungsfunktion des Waldes, obgleich ebenso bedeutsam wie selbstverständlich, eher stiefmütterlich behandelt worden.

Der Wald ist jedoch mehr als „nur“ Produktionsstätte für das wertvolle Holz und Grundlage jeglicher Forstwirtschaft. Er ist mehr als nur Lebensraum für (bedrohte) Tiere und Pflanzen. Er ist auch mehr als ein Schlüsselelement beim Klimawandel, mehr als Landschaft Element oder metaphysische Kultur- und Geschichtskulisse: Der Wald dient den Menschen zur Erholung und steht damit für die Freizeit- und Lebensqualität der Menschen im Land!

Wir freuen uns, dass diese Botschaft nun von der Politik ernstgenommen wird und dem Wald entsprechend seiner Leistungen gebührenden Stellenwert eingeräumt wird“ sagt Herr Burr, erster Vorsitzender der AG Wald. „Die Sicherung der Gemeinwohlleistungen im öffentlichen Wald kommt dabei eine herausgehobene Rolle zu“. Doch dies ist nicht zum Nulltarif zu erreichen. Die AG Wald fordert, dass damit auch die Stärkung der Forstverwaltungen im Land und ein klares finanzielles Bekenntnis zur Stärkung der Gemeinwohlleistungen der Wälder verbunden wird.

Schreiben an die Mitglieder des Deutschen Bundestages

Änderung des Bundeswaldgesetzes – Sicherung der Zukunft des Waldes

Sehr geehrte Frau Abgeordnete, sehr geehrter Herr Abgeordneter,

im Namen der Arbeitsgemeinschaft Wald e.V. wende ich mich mit einer überaus eiligen und dringlichen, für die Wälder im Land und in der gesamten Bundesrepublik weitreichenden Angelegenheit an Sie.

Am 23. September sollte in Berlin die Entscheidung über die Einbringung eines Entwurfes zur Änderung des Bundeswaldgesetzes in den Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag fallen. Dieser Entwurf des Agrarausschusses des Deutschen Bundesrates DS 455/16 zur Änderung des Bundesjagd- und des Bundeswaldgesetzes wurde von Rheinland-Pfalz und Hessen eingebracht und von dreizehn Bundesländern mit großer Mehrheit unterstützt. Auch Baden-Württemberg hatte sich für diesen Änderungsentwurf bereits stark gemacht.

Die Initiative des Agrarausschusses des Bundesrats wurde notwendig, da der voraus gegangene Entwurf des BMEL im Juli dieses Jahres durch ein einfaches „nicht mit mir“ des bayrischen Ministerpräsidenten von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt zurückgezogen wurde. Der Entwurf entsprang einer Einigung aller Agrarminister vom September 2014, der nach zweijährigem Ringen, nach heftigsten Diskussionen der forstlichen Interessensgruppen im Deutschen Forstwirtschaftrat, nach harter Diskussion innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und nach schwieriger, aber erfolgreicher Ressortabstimmung zwischen Bundeslandwirtschafts- und Bundesumweltministerium gemeinsam abgestimmt und von allen Beteiligten gemeinsam getragen war. Schon allein dieser Vorgang nach Intervention des bayrischen MP stellte einen Affront gegen die demokratische Willensbildung dar.

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Für eine innovative, zuverlässige und nachhaltige Regierung

Winterlinden für neuen Landtag von Baden-Württemberg 

Herr Ulrich Burr, Erster Vorsitzender der AG Wald Baden-Württemberg e.V., überreichte als Glückwunsch Geschenk symbolisch an alle Abgeordneten des neuen Landtages Baden-Württemberg junge Winterlinden.Ein Setzling vom Baum des Jahres 2016 wurden der Frau Landtagspräsidentin Muhterem Aras MdL, dem Herrn Minister Hauk, der Frau Staatsekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL und dem CDU Fraktionsvorsitzenden Herr Prof. Dr. Wolfgang Reinhart MdL übergeben. Auch den Fraktionsvorsitzenden, Herrn Dr. Hans-Ulrich Rülke MdL, Herrn Andreas Stoch und Herrn Andreas Schwarz konnte ein Bäumchen persönlich überreicht werden.

(von links) Übergabe der Linden an Herrn Minister Peter Hauk MdL, Frau Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, Herrn Prof. Dr. Wolfgang Reinhart MdL, 1. Vorsitzender der AG Wald Ulrich Burr und Frau Landtagspräsidentin Muhterem Aras MdL (Foto: MLR / Potente)

 

Früher gab es oft im Dorfkern eine große weit ausladende Linde, die Treffpunkt war, als Tanzlinde für Trauungen oder auch als Gerichtsbaum genutzt wurde. Sie war der Baum der Gastfreundschaft, der Zusammenkunft und der Weisheit. In diesem Sinne wünscht die AG Wald den übergebenen Setzlingen ein gutes Gedeihen und den Mitgliedern des Landtages ein gutes Gelingen bei der Bewältigung Ihrer neuen Aufgaben und Herausforderungen!

Im Herbst wird die AG Wald mit den Abgeordneten einen Winterlindenwald zu pflanzen. Als innovativer Wald der Abgeordneten des 16. Landtag von Baden-Württemberg wird dieser verlässlich für größtmögliche Nachhaltigkeit stehen. Die Abgeordneten können wahlweise auch selber Ihre Winterlinde an einen schönen Standort pflanzen.

Die AG Wald steht als überparteilicher Ansprechpartner mit gebündelter Expertise bei allen Waldthemen den Fraktionen und der Landesregierung zur Verfügung. Im Zentrum der Arbeit der AG Wald steht die Förderung des Bewusstseins für die Wälder und der Interessen aller der im / vom / für den Wald lebenden Menschen.

Schreiben an Ministerpräsidenten Kretschmann und stellvertretenden Ministerpräsidenten Strobl

Sicherung der Zukunft des Waldes -
Änderung des Bundeswaldgesetzes in den Vermittlungsausschuss! 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann, sehr geehrter Herr stellvertretender Ministerpräsident Strobl,

im Namen der forstlichen Mitgliedsverbände der AG Wald Baden-Württemberg e.V. wende ich mich mit einer überaus eiligen und dringlichen und für die Wälder im Land und in der gesamten Bundesrepublik weitreichenden Bedeutung an Sie.

Am kommenden Freitag soll in Berlin die Entscheidung fallen, ob der aktuelle Entwurf zur Änderung des Bundeswaldgesetzes in den Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag eingebracht werden soll oder nicht. Der aktuelle Entwurf des Agrarausschusses des Deutschen Bundesrates DS 455/16 zur Änderung des Bundesjagd- und des Bundeswaldgesetzes wurde von Rheinlandpfalz und Hessen eingebracht und von dreizehn Bundesländern mit großer Mehrheit unterstützt. Auch Baden-Württemberg hat sich für diesen Änderungsentwurf bereits stark gemacht.

Der voran gegangene Entwurf des BMEL wurde im Juli diesen Jahres nach zweijährigem Ringen, nach einem gemeinsamen Antrag der Agrarminister, nach heftigen Diskussionen der forstlichen Interessensgruppen im Deutschen Forstwirtschaftrat, nach harter Diskussion innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und nach schwieriger, aber erfolgreicher Ressortabstimmung zwischen Bundeslandwirtschafts- und Bundesumweltministerium durch ein einfaches „nicht mit mir“ des bayrischen Ministerpräsidenten durch Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt zurückgezogen. Kein Ministerpräsident eines anderen Bundeslandes hat versucht, diesem Handeln Bayerns Einhalt zu gebieten. „Seit wann“, fragen sich die Forstleute im Land und in fast allen anderen Bundesländern, „ist der bayrische Ministerpräsident gegenüber dem Bundeslandwirtschaftsminister weisungsbefugt“?

Die Gemeinwohlleistungen werden vom Bundeskartellamt lediglich als Beschränkungen der wirtschaftlichen Leistungen gesehen und nicht als eigenständige Leistungen des Waldes. Dieser Auffassung tritt das Land im Kartellverfahren entschieden entgegen. Zur Untermauerung hat das Land außerordentliche juristische und finanzielle Anstrengungen unternommen. Die neuen flankierenden Bemühungen des Agrarausschusses zur Freistellung der Waldbewirtschaftung von den Regelungen des Gesetzes gegen Wettbewerbsbestimmungen jetzt nicht aktiv zu unterstützen, untergräbt die eigene Position im Kartellverfahren. Und dies hat Auswirkungen weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus.

Der neue Anlauf des Agrarausschusses des Deutschen Bundesrates stärkt die Position des Landes im Kartellverfahren, in dem er die Waldbewirtschaftung von den Regeln des GWB freistellt. Wenn dieser Antrag Gesetzeskraft erhält, hat die baden-württembergische Forstverwaltung die Chance sich zu einer modernen Verwaltung weiter zu entwickeln, die allen Waldbesitzern adäquate Betreuungsangebote machen kann. Diese moderne Forstverwaltung wird in der Lage sein, sich auf den Ausgleich der verschiedenen Waldfunktionen und gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald zu konzentrieren. Sie wird in der Lage sein, die vielfältigen waldbaulichen Herausforderungen, unter anderem die vordringliche Anpassung der Wälder an den Klimawandel erfolgreich zu meistern. Ohne die Änderung im Bundeswaldgesetz wird sie vollständig zerschlagen. In der Folge wären komplexe landesgesetzliche Regelungen zur Sicherung der Gemeinwohlleistungen erforderlich, die nur unter großen Konflikten und mit weitgehenden Kompromissen entwickelt werden können. Die Verwaltungsstrukturen würden zerfleddert und wenig effizient werden. Dies ist weder im mehrheitlichen Interesse der privaten und kommunalen Waldbesitzer, noch unserer äußerst waldaffinen Bevölkerung.

Es ist nicht zu verstehen, warum jetzt seitens des Bundeskanzleramtes versucht wird, den Weg der Bundeswaldgesetzänderung in den Vermittlungsausschuss zu stoppen. Verhindern Sie, dass der Wald zum Spielball politischer und wirtschaftlicher Interessen verkommt!

Die Forstleute im Land fordern von der Landesregierung, dass sie diesem politischen Treiben Einhalt gebietet und den Antrag des Agrarausschusses vorbehaltlos unterstützt.

Sehr geehrter Herr Kretschmann, sehr geehrter Herr Strobl, bitte beziehen Sie diese klare Position für den Wald, für eine gemeinwohlbasierte Bewirtschaftung der öffentlichen Wälder und eine dafür passende Forstorganisation und setzen Sie sich mit dem ganzen Gewicht des Landes im Bund für eine Einbringung des Antrages in den Vermittlungsausschuss am kommenden Freitag ein!

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Hellmann, Stellvertretender Vorsitzender der AG Wald und Landesvorsitzender Bund Deutscher Forstleute e.V.