Offener Brief der AG Wald an Ministerpräsident Kretschmann

Absicht der Baden-Württembergischen Landesregierung, den gesamten höheren forstlichen Dienst zu kommunalisieren

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

die AG Wald Baden-Württemberg lehnt die Kommunalisierung hoheitlicher und landesweiter Aufgaben für den Forst, aber auch für die anderen Fachverwaltungen grundsätzlich ab. Wir sehen in der Kommunalisierung des höheren Dienstes die Fortführung der Teufel´schen Verwaltungsreform – in all ihren fatalen Auswirkungen, insbesondere im Hinblick auf den (forstlichen) Personalhaushalt, die Qualität der Waldbewirtschaftung und damit letztendlich auf den Waldzustand.

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Nationalpark Schwarzwald

Stellungnahme der AG Wald zum Nationalparkgesetz

Die AG Wald ist grundsätzlich offen für die Errichtung eines Nationalparks (NLP) in Baden-Württemberg und will die Ausweisung eines solchen im Nordschwarzwald gerne unterstützen, konstruktiv begleiten und mit gestalten.

Sie können die Stellungnahme der AG Wald zum Nationalparkgesetz im Rahmen der Anhörungsphase hier herunterladen.

Nationalpark Schwarzwald

Geplanter Nationalpark Schwarzwald darf Forstwirtschaft und Naturschutz in Baden-Württemberg nicht schwächen

In einem offenen Brief kritisiert die AG Wald Baden-Württemberg die Absicht des Baden-Württembergischen Finanzministers Nils Schmid, die Kosten des geplanten Nationalparks aus den bestehenden Haushaltsmitteln für Forstwirtschaft und Naturschutz zu decken. Damit drohen die Vorteile eines Nationalparks durch erhebliche Nachteile auf der anderen Seite aufgefressen zu werden.

Inakzeptabel, wie Sie selber nachlesen können!

Offener Brief an Nils Schmid zur NLP-Finanzierung

Zum Tag der Umwelt am 05. Juni 2013

AG Wald fordert Stärkung von Wald und Forstwirtschaft in der Umweltpolitik

Weltweit wird am 5. Juni der Tag der Umwelt begangen. Aus Anlass dieses Tages fordert die AG Wald Baden-Württemberg eine stärkere Beachtung der Rolle von Wald und Forstwirtschaft in der Umweltpolitik. „Unsere naturnah bewirtschafteten Wälder sind noch die naturnächsten Lebensräume mit vielfach weit unterschätzter Bedeutung für das Klima, für die Wasserversorgung und für die Biodiversität“, erläutert Ulrich Kienzler, Vorsitzender der AG Wald. Zudem wird dort in großen Mengen der umweltfreundliche Rohstoff als regionales Produkt erzeugt.

Gerade im Jubiläumsjahr 300 Jahre nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland kann die Forstbranche Vorbildfunktion für nachhaltiges Handeln und Wirtschaften in vielen anderen Branchen übernehmen. Die Realität sieht leider anders aus: so ist zum Beispiel im Beirat der Landesregierung für nachhaltige Entwicklung kein Vertreter von Wald und Forstwirtschaft vertreten und auch in der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes spielen Wald, Waldwirtschaft oder Forstwissenschaften keine Rolle. Auch die andauernden Personalkürzungen in der Forstverwaltung zeigen die fehlende Wertschätzung der Politik angesichts der überragenden Bedeutung unserer Wälder für die Umwelt, aber auch für nachhaltiges Wirtschaften.

Um dies zu ändern fordert die AG Wald eine Bewertung der Umweltdienstleistungen der Wälder sowie die Beteiligung von forstlichem Sachverstand in umweltpolitischen Gremien. Die Forstleute wollen mitreden und mitgestalten. Und Sie wollen mit dem Rohstoff Holz einen wichtigen Beitrag leisten zur Energiewende. Zudem wollen sie mit der Waldpädagogik einen wichtigen Beitrag leisten zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Umweltschutz ohne unseren heimischen Wald und ohne den Rohstoff Holz ist nicht denkbar.

Für Rückfragen steht Ihnen Ulrich Kienzler zur Verfügung (Telefon: 07211337350, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

In der AG Wald Baden-Württemberg sind der Baden-Württembergische Forstverein e.V., der Bund deutscher Forstleute, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V., Landesverband Baden-Württemberg und der Verein für forstliche Standortskunde und Forstpflanzenzüchtung zusammengeschlossen.

 

Waldgipfel 2013

Wir können alles - auch Nachhaltigkeit? 

Was ist aus 300 Jahren Nachhaltigkeit geworden?

200 Waldfachleute kamen am Mittwoch, 10.4.2013 im Rathaus Stuttgart zusammen, um die Nachhaltigkeit auf den Prüfstand zu stellen. Die Forstwirtschaft hielt vor 300 Jahren dieses Prinzip zum ersten Mal schriftlich fest. Zusammen mit Ökonomen und Umweltexperten diskutierten die forstlichen Nachhaltigkeitspraktiker, wie nachhaltig Waldbewirtschaftung heute wirklich ist und wie sich das Prinzip Nachhaltigkeit auf den Alltag entfalten kann.

Alexander Bonde, Minister des Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, und Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn wiesen auf die besondere Verantwortung von Politikern, der Wirtschaft und jedes Einzelnen zu nachhaltigem Handeln hin.

„Die Versuchung, aus dem Wald mehr Holz zu holen, als nachwächst, ist heute sehr groß“, so Ulrich Kienzler, Vorsitzender der veranstaltenden AG Wald Baden-Württemberg. „Wir müssen uns täglich neu fragen, ob wir den Wald über Gebühr beanspruchen“. Unsere Rohstoffe sind begrenzt. Das gilt nicht nur im Wald. Deswegen sei das Sinnbild eines ständig sich erneuernden Waldes, der schonend genutzt wird, gut auf das wirtschaftliche Handeln im Allgemeinen übertragbar.

Prof. Schmidt von der Uni Freiburg wies darauf hin, dass nur Ressourcen nachhaltig sind, weil sie sich erneuern können. Rohstoffe dagegen seien endlich und deswegen nur recyclebar.

Prof. Finke, Mitbegründer der Vereinigung für ökologische Ökonomie kritisierte auf dem Waldgipfel die zunehmende Inhaltsleere des Nachhaltigkeitsbegriffes. „Nachhaltiges Wachstum ist ein Widerspruch in sich“. In der Ökonomie müsse deswegen ein Umdenken beginnen.

Prof. Grießhammer, Träger es Deutschen Umweltpreises und leitend beim Ökoinstitut Freiburg tätig, zeigte die unterschiedlichen Dimensionen von Nachhaltigkeit auf. „Wir müssen aufhören, Nachhaltigkeit als Feigenblatt ohne Hintergrund zu verwenden“.

Die Verbände in der AG Wald Baden-Württemberg betonten, dass mit geänderten Ansprüchen an den Wald auch das Prinzip einer umfassenden Nachhaltigkeit ständig neu überprüft und angepasst werden müsse. Soziale, ökonomische und ökologische Ziele müssen ausbalanciert werden. Da sei die baden-württembergische Forstwirtschaft auf einem guten Wege, sie dürfe aber nicht aufhören, den gesellschaftlichen Diskurs darüber zu führen.

Gleichzeitig zeigte sich die AG Wald Baden-Württemberg überzeugt, dass die Gesellschaft und die Nachhaltigkeitsexperten des Waldes intensiver in Kontakt treten müssen: „Wir können viel voneinander lernen!“ Deswegen wird die AG Wald den Dialog fortführen. In mehreren Arbeitsphasen werden die Teilnehmer des Waldgipfels ihre Ideen im Laufe des Jahres konkretisieren und am Ende des Jahres öffentlich präsentieren.

Downloads:

Vortrag: Der Nachhaltigkeit auf der Spur (Prof. Schmidt)

Vortrag: Nachhaltigkeit und Wachstum - Vision und Illusion (Prof. Finke)

Vortrag: Nachhaltigkeit und Greenwashing (Prof. Grieshammer) 


Voller Saal im Rathaus Stuttgart
Minister Alexander Bonde erhält das Faksimile zu 300 Jahren Nachhaltigkeit
Moderatorin Britta Hartard im Gespräch mit Oberbürgermeister Fritz Kuhn