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Die AG Wald überreicht Bürgerpostkarten an die Fraktionen im Landtag.

Wald ist politisch. Förster sind die Politiker des Waldes.

Wald ist unpolitisch? Vertreter aller Landtagsfraktionen bekannten sich zur gesellschaftlichen Bedeutung des Waldes. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Schmidel versprach, bei Waldthemen nicht sitzen zu bleiben, sondern sich für eine schlagkräftige Forstverwaltung einzusetzen.

„Wald ist politisch – viele Interessen zerren an ihm. Der Förster muss wie ein Politiker agieren und die Interessen ausbalancieren“. Alfred Rupf, Vorsitzender der AG Wald Baden-Württemberg, wies bei einer Zusammenkunft mit Landespolitikern vergangenen Mittwoch darauf hin, dass vielen Bürgerinnen und Bürger schon heute die fehlende Waldbetreuung auffiele. Das Ende der Fahnenstange sei noch nicht erreicht. Weitere forstliche Personalkürzungen seien durch die grün-rote Landesregierung beschlossen und stünden zur Umsetzung an. „Wald ist offensichtlich für die grün-rote Landesregierung politisch nicht relevant. Denn trotz weiter wachsender Aufgaben im Klima- und Naturschutz und zunehmendem Druck auf die Holznutzung setzt die Landesregierung erneut den Rotstift bei der Forstverwaltung an und nimmt ihr die letzten Möglichkeiten, sich bürgernah und kompetent für einen vielfältigen Wald einzusetzen.“ Die AG Wald hatte im Rahmen der Postkartenaktion „Wald ist politisch“ für die Besucherinnen und Besucher der europaweit größten Forstmesse, die erst vor wenigen Tagen in Baden-Württemberg zu Ende ging eine Möglichkeit geschaffen, ihrer Forderung nach „Mehr“ für den Wald Ausdruck zu verleihen. Sie waren eingeladen, sich gegen die Schieflage der Wertschätzung des Waldes und seiner Bediensteten zu wehren und die Botschaft direkt an den Wahlkreisabgeordneten zu richten.

Am Rande der Plenarsitzung am 18. Juli übergab die AG Wald die Postkarten an die Abgeordneten.

 KFW Messe 2012

"Wald ist politisch."

"Wald ist politisch." Mit dieser Botschaft erntete die AG Wald im Themendorf Baden-Württemberg auf der KWF-Messe 2012 viel Zustimmung. 

Die AG Wald kritisierte: Die Landespolitik erweckt den Eindruck, als sähe sie Wald und diejenigen, die ihn betreuen, politisch nur als Topf für weitere Sparmaßnahmen.

Wald ist viel mehr und das muss politisch gewürdigt werden. Sonst muss sich die Politik vorwerfen lassen, die Waldbetreuung sehenden Auges kaputt zu sparen und den Wald in ein Chaos zu stürzen.

Die AG Wald wehrt sich dagegen und wird darin von vielen Bürgern unterstützt.

 

Trauer am Tag des Waldes

AG Wald kritisiert personellen Kahlschlag im Forst

Minister Bonde preist zum Tag des Waldes am 21.3. die Leistungsfähigkeit von ForstBW. Das klinge für viele Förster im Land wie blanker Zynismus angesichts einerseits weiter wachsender Aufgaben im Klima- und Naturschutz, einem zunehmenden Druck auf die Holznutzung und andererseits einem Rotstift der Landesregierung, der der Forstverwaltung auch die letzten Möglichkeiten nimmt, sich flexibel und innovativ für einen bürgernahen Wald einzusetzen, so Ulrich Kienzler, stellvertretender Vorsitzender der AG Wald Baden-Württemberg. Es verwundere die AG Wald deswegen nicht, dass der Wald wieder zunehmend an Qualität zu verlieren drohe. Für eine grün-rote Regierung sei dies bemerkenswert. 

ForstBW werde sich auf die ausschließliche Bewirtschaftung des Staatswaldes zurückziehen, sein Know-How und seine Qualitätsstandards nicht mehr für Kommunal- und Privatwälder zu Verfügung stellen können. Kienzler: „Das wirkt sich auf das Erscheinungsbild des Waldes aus. Hier zerstört die Landesregierung den Kern einer funktionierenden Waldwirtschaft. Traurig, am Tag des Waldes“.

Nationalpark Nordschwarzwald

Positionen zum Nationalpark

Die AG Wald verfolgt mit großer Aufmerksamkeit die Diskussion um die Einrichtung eines Nationalparkes Nordschwarzwald. Positiv herauszuheben ist der eingeschlagene Weg der Landesregierung, die Entscheidung über eine Ausweisung in einen offenen Dialogprozess einzubetten. 

An diesem Dialog beteiligt sich die AG Wald gerne. Die AG Wald verwehrt sich einem emotional aufgeladenen und von beiden Seiten teilweise polemisch geführten Diskurs. Dies schadet der Sache und der Region und ist nicht zielführend. Aus Sicht der AG Wald sollte es Ziel sein, die Ergebnisse des von der Landesregierung initiierten, und von vielen Beteiligten mit Fragen hinterlegten Gutachtens abzuwarten. Erst auf einer fachlichen Grundlage lassen sich fundierte Entscheidungen treffen und begründen.

Da der Wald bei einem potenziellen Nationalpark die dominierende Vegetationsform ist und der potenzielle Nationalpark voraussichtlich noch erheblich entwickelt werden muss, ist umfangreiche forstfachliche Kompetenz erforderlich. Für die AG Wald ist es deswegen unerlässlich, in die Nationalparkverwaltung forstfachliches Personal federführend mit einzubinden.

Fragen zum Nationalpark Nordschwarzwald

 Forstwirtschaft im Dialog mit der Politik

Mit der Waldbahn von Karlsruhe nach Baiersbronn

Bei der Waldfahrt am 15.07.2011 standen politische Themen im Vordergrund. Mit Sorge beobachten die Vertreter der Forstwirtschaft ein sinkendes Verständnis der Öffentlichkeit für den Wald und dessen Bewirtschaftung. Auch von der Politik wünsche man sich bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben eine deutlich aktivere Unterstützung. "Wenn der Wald aus dem Blickfeld der Politik gerät, dann sägt das Land Baden-Württemberg am eigenen Ast," erläuterte Roland Burger, Präsident der Forstkammer.

"Alle sprechen von Ökologisierung der Wirtschaft und Energiewende. Dabei haben wir das Idealmodell vor der Haustür: Der Wald ist alles in einem. Doch wenn die Waldbesitzer nicht unterstützt werden, vergrämt sich die Politik einen wichtigen Partner", so Burger weiter.

Das Internationale Jahr der Wälder mache zudem deutlich, wie kulturell eng verflochten wir mit dem Wald seien, fügte Ulrich Kienzler von der AG Wald hinzu. "Der Wald muss so viele Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Eigentlich müssten dafür reihenweise TOP-Manager eingestellt werden, um diese Interessen auszugleichen. Unsere Förster fordern aber keine Manager-Gehälter. Sie wollen ihre Arbeit machen und nicht ständig weiter wegrationalisiert werden. Die AGWald fordert deshalb die Einstellung des personellen Kahlschlags, sonst droht der geregelten Waldwirtschaft das Aus!"

Für den Klimawandel müssen alle Waldbesitzer den Wald in einer gewaltigen Anstrengung an die neuen Wuchsbedingungen anpassen. Zur Steigerung der natürlichen Vielfalt (Nationale Biodiversitätsstrategie) sollen Waldflächen besondere Managementmaßnahmen erfahren. Gleichzeitig wächst aber der Holzbedarf der Bevölkerung für Brenn- und Bauholz immer weiter. Bis zum Jahr 2030 droht ein gigantischer Holzmangel.

Bei der Fahrt durch das Murgtal war auch die von der Landesregierung angestrebte Ausweisung eines Nationalparks ein Thema. Die Vertreter von Forstkammer und AG Wald warnen vor einer Politisierung des Themas. Der Wald muß vielfältigen Aufgaben gleichzeitig gerecht werden. Es gilt die unterschiedlichen Zielsetzungen der Bevölkerung, der Wirtschaft, des Naturschutzes in der Region und die der Landesregierung miteinander und gegeneinander abzuwägen und dann zu entscheiden, welche Entwicklung der Nordschwarzwald künftig nehmen soll“, so Dietmar Hellmann von der AG Wald. Großflächiger Totalschutz auf der einen und die Nutzung des umweltfreundlichen und klimaneutralen Rohstoffes Holz auf der anderen Seite müssen aufeinander abgestimmt werden. Auch stellt sich die Frage, wie stark menschliche Pflegeeingriffe zur Erreichung von Naturschutzzielen notwendig sind. So benötigt das Auerwild im Schwarzwald zum Beispiel immer die Unterstützung durch den Menschen. „Die AG Wald plädiere deswegen dafür, in einem Dialog mit allen Beteiligten zu treten, um die geeigneten Instrumente auszuwählen und dann gemeinsam umzusetzen“, so Hellmann weiter.

Die Forstkammer wies darauf hin, dass ein Nationalpark für die örtlichen Sägewerke eine Reduzierung des wichtigen Rohstoffes Holz bedeute. "Er zerstört damit ein eingespieltes Netzwerk im Ländlichen Raum", mahnte Burger.

Beide Verbände erhoffen sich von der neuen Landesregierung eine Sensibilität dafür, dass Wald keine freie Verfügungsmasse ist, sondern dass sein ökonomischer und ökologischer Wert in der Politik den Wiederhall findet, den Wald verdient: Als nachhaltige Lebensgrundlage für Menschen und Natur.

Hintergrundinformation:

Die Forstkammer Baden-Württemberg vertritt die Interessen der privaten und kommunalen Waldbesitzer des Bundeslandes. In ihrem Eigentum sind ¾ der Waldfläche von Baden-Württemberg, insgesamt über 1 Million Hektar.

Die AG Wald ist ein Zusammenschluss von Interessensverbänden in Baden-Württemberg, die sich für einen ökologisch und ökonomisch nachhaltig bewirtschafteten Wald einsetzen. Im Einzelnen gehören zur AG Wald der Baden-Württembergische Forstverein, der Bund Deutscher Forstleute, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Verein für Forstliche Standortskunde.

 

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