Jubiläumsjahr "300 Jahre forstliche Nachhaltigkeit"

Wir können alles - nur nicht Nachhaltigkeit!

Die AG Wald sieht die umfassende Nachhaltigkeit im Wald in Baden-Württemberg akut gefährdet.

Das Jubiläumsjahr „300 Jahre forstliche Nachhaltigkeit“ 2013 ist zuende. Mit vielen Veranstaltungen wurde die Praxis der nachhaltigen Waldwirtschaft der Försterinnen und Förster in den letzten 300 Jahren dargestellt. Der Slogan des Deutschen Forstwirtschaftsrates „Sie finden Nachhaltigkeit modern? Wir auch - seit 300 Jahren“ umschreibt treffend das Selbstverständnis von Generationen von Forstleuten. Doch wie sieht die Realität aus?

Dietmar Hellmann, Vorsitzender der AG Wald sieht zu viele ungeklärte Zielkonflikte, die auf den Wald und die darin Beschäftigten einwirken. „Wald und Forstleute stehen in einer Zerreißprobe. Klare Priorisierungen sich widersprechender Teilziele sind unabdingbar. Klimastabilisierung der Wälder, FSC-Zertifizierung, Artenschutzprogramme, Nutzungsverzicht in der Buchenwirtschaft, Flächenstilllegungen und Waldrodungen für Windkraftanlagen sind jeweils für sich genommen wichtige Teilziele, die aber in Konkurrenz zueinander stehen und mit großen Ertragseinbußen aus der Waldwirtschaft einhergehen“, so der Vorsitzende. Gleichzeitig erhöht die Landesregierung zur Sanierung des Landeshaushaltes die Gewinnentnahme aus dem Forsthaushalt von zunächst 20 auf nunmehr über 30 Mio. € pro Jahr. „Die Landesregierung greift fahrlässig in die fragile Balance von Nutzungs-, Erholungs- und Naturschutzfunktion des Waldes ein und wird damit den gesellschaftlichen Ansprüchen an ein umfassend nachhaltige Waldwirtschaft nicht gerecht“, so Hellmann weiter. Die Baden-Württembergische Landesregierung ist an dieser Stelle ebenso gefordert, wie bei der im Koalitionsvertrag versprochenen und von beiden Regierungsfraktionen immer wieder bekräftigten Stärkung der Forstwirtschaft, von der bislang außer den neuen Aufgaben in der Forstverwaltung nichts angekommen ist. Nachhaltigkeit ohne ausreichendes und qualifiziertes Personal geht nicht! Der aktuell praktizierte Stellenabbau steht hierzu im krassen Widerspruch. Daher fordert die AG Wald die Landesregierung auf, sich klar zu den einzelnen Fragestellungen und Aufgaben der Waldwirtschaft zu positionieren und die erforderlichen 150 zusätzlichen Forstleute im Land einzustellen, damit der Nachhaltigkeitsbegriff nicht auch im baden-württembergischen Wald zur Floskel verkommt.