AG Wald: Das ökologische Kapital der Wälder wird aufgevespert

In den Wäldern tickt eine Zeitbombe

Im Weißbuch Wald des BUND wurden am Freitag, 28.01.2011, ökologisch erfolgreiche Maßnahmen im Wald gewürdigt. Doch der Schein trügt: "Der ökologische Zustand der Wälder heute spiegelt das ungeheure Engagement vieler Förstergenerationen und Waldbesitzer wider. Mit der aktuellen Personalausstattung ist das zukünftig nicht mehr leistbar", so der Vorsitzende der AG Wald, Dietmar Hellmann.

"Wenn die Landesregierung nicht umgehend weitere geplante Sparrunden im Forstbereich stoppt, dann wird in spätestens 10 Jahren das Weißbuch katastrophale Zustände im Wald aufdecken."

Auf 40% der Landesfläche sind nur noch 1.300 Forstleute im Lande sind tätig und damit 40% weniger Personal als Mitte der 90er Jahre. Bereits jetzt werden wichtige Stellen in der Umsetzung der Klimafolgenforschung, der Naturwaldforschung, im Waldnaturschutz und in der Waldpflege nicht mehr besetzt. Die Forstleute in den Betrieben stehen mit dem Rücken an der Wand. „Wir werden diesen optimalen und ausgeglichen Zustand in unseren Wäldern nicht mehr aufrecht halten können“, sind sich die Experten der AG Wald sicher. Dies werde alle Waldbesitzer betreffen: Den Staat, die Gemeinden und die Privaten – und nicht zuletzt die Bevölkerung.

Die AG Wald befürchtet, dass es bei weiterem Personalabbau unausweichlich nur noch ums reine Holzmachen gehen wird. Naturschutz, Klimaschutz und Erholung im Wald bleiben auf der Strecke. „Wir leben im Moment vom Kapital vergangener Generationen und können künftig nur wenig zurück investieren. Dies ist kurzsichtig und hat nichts mehr mit Nachhaltigkeit zu tun“, so die AG Wald weiter. Problematisch sei, dass die Verschlechterung der Situation im Wald ein schleichender Prozess ist und nicht mit einem lauten Knall beginnt.

Wenn jetzt nicht beim Personal gegengesteuert werde, bezahlten der Wald und Steuerzahler die Zeche! Deshalb fordere die AG Wald einen sofortigen Stopp beim Personallabbau und die Neueinstellung junger Forstleute. In dieser Forderung seien sich Naturschutz- und Waldverbände völlig einig.