Neue Waldentwicklungstypen 

Waldbautrainer für die Einführung der neuen Waldentwicklungstypen

Die  neuen Waldentwicklungstypen von ForstBW stehen für eine deutliche Änderung der waldbaulichen Zielrichtung. Strukturreiche und dauerhaft auf einer Fläche wachsende Wälder werden als gleichberechtigtes Leitbild neben die sogenannten Altersklassenwälder gestellt. Strukturreiche Wälder zu erziehen und zu bewirtschaften ist aber anspruchsvoll und zeitintensiv. Das Land Baden-Württemberg plant, die Einführung der Waldentwicklungstypen durch Waldbautrainer zu begleiten und den Wissenstransfer in die Wälder hinein zu unterstützen.

Die AG Wald kommentiert dies in einem offenen Brief an Minister Bonde.

Sehr geehrter Herr Minister Bonde,

mit der Modernisierung der Waldentwicklungstypen wurde in einem beispielhaften Beteiligungsverfahren auf fachlich höchstem, interdisziplinärem Niveau ein wichtiges Steuerungsinstrumentarium für einen modernen Waldbau geschaffen, der umfassend Naturschutz- und Produktionsfunktionen verbindet.

Die Inhalte der Richtlinie müssen nun in praktisches Handeln der unteren Forstbehörden überführt werden. Wir begrüßen deshalb die Überlegungen in Ihrem Hause, zu diesem Zweck spezialisierte Waldbautrainer zu etablieren.

Die Vermittlung von aktuellem waldbaulichen Wissen und Methoden durch Trainerinnen und Trainer „vor Ort“ halten wir für innovativ und für das Erreichen der Waldbauziele essentiell. Gerade der Wechsel von den seit Jahrzehnten eingeübten Waldbauverfahren zu den Methoden der Dauerwaldwirtschaft erfordert die Erarbeitung von Überführungskonzepten und die Schulung der verantwortlichen Kolleginnen, von der Forstamts- über die Revierleitung bis zu den Forstwirten.

Durch den Einsatz der Trainer ist auch gewährleistet, dass die neuen waldbaulichen Ansätze über die 24% Staatswald hinaus den betreuten Nichtstaatswald erreichen. Eine weitere Aufgabe der Trainer sehen wir in der Unterstützung der UFBen bei der Umsetzung der Vorgaben der FFH-Richtlinie in waldbauliches Handeln.

Sehr geehrter Herr Minister Bonde, wir habe die Landesregierung und die Regierungsfraktionen in den vergangenen Jahren immer wieder auf die prekäre personelle Situation der Forstverwaltung hingewiesen. Es bestand bei allen Beteiligten Konsens, dass dieser Missstand dringend beseitigt werden muss.

Die Etablierung von Waldbautrainern kann deshalb nicht aus bestehenden Stellenplänen der Forstverwaltung erfolgen, sondern nur durch zusätzliche, neue Stellen. Wie die Verstärkung der Naturschutzmittel in den vergangenen Jahren erfolgt ist, muss auch die Forstverwaltung in den kommenden Haushaltsplanungen entsprechend ihren Aufgaben gestärkt werden!

Wir sehen die Landesregierung darüber hinaus noch immer in der Pflicht, die Zusagen des Koalitionsvertrages endlich einzulösen. Die prekäre personelle Situation aus den vergangenen Verwaltungs-“reformen“ und dem 1480er-Programm muss bei der nächsten Haushaltsaufstellung beseitigt werden. Die AG-Wald bietet Ihnen in dieser äußerst dringenden Angelegenheit ihre Unterstützung an.

Sehr geehrter Herr Minister Bonde, wir bitten Sie, unsere Anliegen bei der Budgetplanung für die kommenden Jahre zu berücksichtigen.