AG Wald Schreiben an die Landtagsabgeordneten 

Qualitätsstandards in der Waldwirtschaft müssen erhalten bleiben

Quelle: Flickr, Paul Schulze

Liebe Abgeordnete, lieber Abgeordneter,

vielen Dank für Ihren Einsatz bei der erfolgreichen Änderung des Bundeswaldgesetzes. Es ist gegenwärtig noch ungewiss, wie das neue Bundeswaldgesetz die Ergebnisse des Landes Baden-Württemberg im Rechtstreit gegen das Bundeskartellamt zur Rundholzvermarktung beeinflussen wird.

Der Entscheid des Oberlandesgerichtes Düsseldorfs steht noch aus, die Ergebnisse werden am 15. März bekannt gegeben. Über die daraus resultierenden Entwicklungen kann spekuliert werden. Unsere Sorge ist, dass bei der Neustrukturierung des Forstwesens die hohen Qualitätsstandards bei der Bewirtschaftung von Wäldern nicht weiter eingehalten werden. Dabei ist die Erhaltung der umfassenden Ökosystemdienstleistungen der Wälder oberstes Ziel. Der Wald als Rohstofflieferant, Kohlendioxidspeicher, Lebens- und Erholungsraum ist für das Gemeinwohl unersetzlich. Er ist viel zu wertvoll um als Spielball einzelner Interessen missbraucht zu werden 

Wir appellieren an Sie in Ihrer Verantwortung als Volksvertreter entsprechend Rahmenbedingungen zu schaffen, die das verhindern!

Die AG Wald setzt sich als überparteilicher Zusammenschluss von vier forstlichen Verbänden seit mehr als einer Dekade als Anwältin für eine ausgewogene Betrachtung der verschiedenen Ansprüche in baden-württembergischen Wäldern ein. Unser Leitbild ist und bleibt ein nachhaltig bewirtschafteter, multifunktionaler und naturnaher Wald. 

Wir stehen Ihnen mit unserem gebündelten Fachwissen und Erfahrungen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung: bei allen Fragen zum Wald und zur Waldbewirtschaftung! 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre AG Wald Baden-Württemberg e. V. 

Ulrich Burr 
Erster Vorsitzender der AG Wald Baden-Württemberg e. V.  

Pressemitteilung Bund Deutscher Forstleute

Bundeswaldgesetz: Bundestag folgt Vorschlag der Forstleute

Die öffentlichen Forstverwaltungen und -betriebe in Deutschland dürfen auch in Zukunft weiterhin Forstdienstleistungen für private Waldbesitzer sowie Städte und Gemeinden erbringen. Der Deutsche Bundestag hat dafür in seiner Sitzung am 15.12.2016 den Weg frei gemacht und die Bundesregierung gegenüber den Bundesländern damit ihr Wort gehalten.

Damit wurde erfolgreich ein vorläufiger Schlussstrich unter ein schwieriges Gesetzgebungsverfahren gesetzt. Ausgangspunkt war die Kartellbeschwerde gegen das Land Baden-Württemberg und ein als Folge anhängiges Gerichtsverfahren. Es drohte eine Zerschlagung der bewährten Forststrukturen nicht nur im Südwesten der Republik sondern in ganz Deutschland und eine rein wirtschaftliche Sicht auf den Wald.

Zunächst gab es ein Bundeskartellamtsverfahren gegen das Land Baden-Württemberg wegen dessen marktbe- herrschender Rolle bei der Holzvermarktung. In diesem Zusammenhang wurde jedoch schließlich die gesamte Waldbewirtschaftung, einschließlich der Waldpflege und Planungsmaßnahmen unter dem wirtschaftlichen Primat gesehen. Die Rolle der Forstverwaltung und ihrer Arbeit auch in kleineren Strukturen für das Gemeinwohl und die Daseinsvorsorge für die Gesellschaft wurde voll- ständig negiert. Nachdem das gesamte forstliche Dienstleistungsspektrum in den Fokus des Bundeskar-tellamtes gerückt ist, standen die Strukturen aller Bun- desländer auf dem Prüfstand. Die Änderung des Bun- deswaldgesetzes sollte die Lösung bringen. 

Dies wurde jedoch durch die Bundesregierung zunächst nicht gewollt. Scheinbar hatte sie zeitweise kein Inte- resse am Wald. 1Nach einer Verbändeanhörung im Frühjahr wurde das Gesetzgebungsverfahren zunächst ausgesetzt. Im Spätsommer eine weitere Gesetzesinitiative des Bundesrates durch eine Protokollnotiz der Bundesregierung dann erstmal gestoppt. Bei einer Verbändeanhörung im Oktober konnte dann in einem Ver- bändegespräch der Knoten schließlich durchschlagen werden. Der Bundesvorsitzende des BDF, Ulrich Dohle, und der Landesvorsitzende des BDF Landesverbandes NRW, Fred Hansen, hatten dort die Interessen der

Forstleute vertreten und den entscheidenden Kompro- missvorschlag gemacht. Dieser sieht vor, die nun im Bundeswaldgesetz getroffene Regelung nach fünf Jahren zu evaluieren.

„Wir sind froh, dass nach über drei Jahren nun endlich ein Schlussstrich unter ein Thema gesetzt werden konnte, das die Forst- und Holzbranche teils stark polarisiert hat und die ganze Branche sich nun wieder auf andere wich- tige Themen konzentrieren kann!“, erklärte Ulrich Dohle. „Außerdem begrüßen wir Forstleute die nun gewährleistete Rechtssicherheit hinsichtlich der dem Holzverkauf vor- gelagerten forstlichen Dienstleistungen. Diese heben im besonderen Maße auf Gemeinwohlaspekte ab, die im Wald nun mal eine herausragende Rolle spielen. Die Bundesregierung hat hier am Ende Verlässlichkeit sowohl in der Sache als auch im Verfahren bewiesen.“

Die neue Regelung sorgt für deutlich mehr aber keinesfalls uneingeschränkten Wettbewerb in der Forstbranche. Das Marktvolumen lässt eine positive Entwicklung ent- sprechender forstlicher Dienstleister erwarten.

„Wir Forstleute danken den Fachpolitikern im Deutschen Bundestag, die unseren guten Argumenten gefolgt sind“, ergänzt Fred Hansen. „Ich danke aber auch allen BDF Landesverbänden für die wirklich sehr gute Zusammen- arbeit zu diesem Themenkomplex in den vergangenen Jahren – allen voran dem Landesvorsitzenden des BDFBaden-Württemberg, Dietmar Hellmann! Die Kraftanstrengung war groß, aber sie hat sich am Ende gelohnt. Für den Wald und für die in ihm Beschäftigten!“ 

Die vollständige Pressemitteilung zum downloaden finden Sie hier:

BUNDESWALDGESETZ: BUNDESTAG FOLGT VORSCHLAG DER FORSTLEUTE

Bundesgeschäftsstelle Friedrichstrasse 169/170, 10117 Berlin
Geschäftsführerin Ines v. Keller
Tel.: 030-4081-6550 / Fax: 030-4081-6710 Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Pressereferent Jens Düring Tel.: 0151-56912011
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Homepage:www.bund-deutscher-forstleute.de

Als Glückwunschgeschenk zur Landtagswahl eine Winterlinde

Die AG Wald pflanzt Winterlinden mit Abgeordneten des Landtages von Baden-Württemberg

>Alle Abgeordnete des Landtages von Baden-Württemberg erhielten als Glückwunsch-Geschenk zur Wahl eine Winterlinde, Baum des Jahres 2016. Es wurden zahlreiche Einzelpflanzungen mit der AG Wald und Abgeordneten in Baden-Württemberg während der Pflanzsaison durchgeführt.

Eine Winterlinden-Pflanzung der AG Wald...

...auf dem Gelände des Schäferhundevereins in Bietigheim am 12. Dezember 2016

mit Herrn Ernst Kopp MdL


Bericht aus Gemeindeanzeiger Bietigheim 50/2016.

 

...am Seeplatz in Korb am 19. Dezember 2016

mit Herrn Siegfried Lorek MdL

 

...an einer Grundschule im Friesenheim am 12. Dezember 2016, Lahrer Zeitung

mit Frau Sandra Boser MdL 

Interessiert sahen die Grundschüler beim Pflanzen der Winterlinde zu. Foto: Bohnert-Seidel.

 

...im Stadtgarten von Bad-Cannstatt am 12. Dezember 2016, Stuttgarter Zeitung

mit Frau Brigitte Lösch MdL

Schildtext: Winterlinde, Baum des Jahres 2016, gepflanzt im Dezember 2016, von Brigitte Lösch MdL mit Herrn Ulrich Burr, Vorsitzender der AG Wald BW e.V. Diese steht mit 142 weiteren Winterlinden in Baden-Württemberg symbolisch für die Bedeutung des Waldes in unserem Bundesland und seine Menschen.

 

...an der Gustav-Werner-Schule in Zuffenhausen-Rot am 6. Dezember 2016

mit Minister Franz Untersteller MdL

 

...beim TC Trappensee in Heilbronn am 04. Dezember 2016, meine.Stimme.de

mit Herrn Nico Weinmann MdL

(von links) Präsident Dr. Waldhier, Vorstandsmitglied Mira Wingerter, Vorsitzender AG Wald Ulrich Burr und Nico Weinmann MdL (FDP).

 

...an dem Max-Born-Gymnasium in Backnang am 28. November 2016

...mit Herrn Gernot Gruber MdL

(von links): Schülerinnen und Schüler der AG Garten des Max- Born-Gymnasiums, in der Mitte am Baum der Gernot Gruber (SPD), daneben Dr. Frank Nopper (Oberbürgermeister), Ulrich Burr (Erster Vorsitzender der AG Wald BW e.V.), Frau Sonja Conrad (Leiterin des Max-Born-Gymnasiums), Eckard Hink (Forstdirektor. a.D.) und Dr. Gerhard Strobel (Bürgermeister a.D.), Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald im Rems-Murr-Kreis) und ganz rechts Hans Bruss (Leiter des Tiefbauamtes Backnang).

 

... an der Freien Waldorfschule in Offenburg am 26. November 2016

..mit Herrn Thomas Marwein MdL

(von links) Forstdirektor Ulrich Kienzler (Stellvertretender Vorsitzender der AG Wald) pflanzt mit Herrn Thomas Marwein MdL (Grüne) die junge Winterlinde.

 

...im Alfdorfer Schlosspark am 20. November 2016, Zeitungsartikel

mit Herrn Wilfried Klenk MdL 

 

...an der Karl-Georg-Haldenwang-Schule in Leonberg am 18. November 2016

mit Herrn Dr. Bernd Murschel MdL

(von links) Schülerin mit Gießkanne, Ulrich Burr (Erster Vorsitzender der AG Wald BW e. V.), Dr. Bernd Murschel Grüne) und Schülerin.

 

...auf einem Waldspielplatz in Esslingen am 15. November 2016, Esslinger Zeitung

mit Frau Andrea Lindlohr MdL, Herrn Wolfgang Drexler MdL und Herrn Andreas Deuschle MdL

(von links) Andrea Lindlohr (Grüne), Revierförster Ingo Hanak, Wolfgang Drexler (SPD), Andreas Deuschle und Karl-Wilhelm Röhm (beide CDU). Von Iris Koch (Esslinger Zeitung).

 

...auf dem Campingplatz Klausenhor in Konstanz-Dingelsdorf am 14. November 2016

mit Frau Nese Erikli MdL

Abgeordnete pflanzten mit der AG Wald 143 Winterlinden im Häslachwald in Stuttgart

Wald der Demokratie

Was kann besser die Bedeutung des Waldes und seiner Leistungen für die Gesellschaft und für die Natur demonstrieren, als eine Baumpflanzung? Auf Initiative der AG Wald Baden-Württemberg hin sind 143 Winterlinden im Häslachwald gepflanzt worden. Im sogenannten Wald der Demokratie steht jeder Baum für einen gewählten Abgeordneten des Landtages von Baden-Württemberg.

Sieben Landtagsabgeordnete griffen selbst zur Schaufel, um die jungen Bäumchen fachgerecht einzusetzen. Andreas Kenner (SPD), Gabriele Reich-Gutjahr(FDP/DVP), Udo Stein (AfD), Christine Baum (AfD), Klaus Hoher (FDP/DVP), Frau Christine Neumann und Herr Raimund Haser (beide CDU) packten unter Anleitung von Revierförster Wolfgang Heckel tatkräftig an.

Die ökologisch wertvollen Winterlinden ersetzen einen geräumten Fichtenbestand und sind damit Teil forstlicher Umbaumaßnahmen zu klimastabilen Mischwäldern, sagte Heckel. Das Waldgrundstück und damit auch die auf der Fläche gepflanzten Bäume gehören der Stadt Stuttgart. Die Pflanzung der Winterlinden konnte dank der Unterstützung durch angehende Forstwirte von ForstBW und des Stuttgarter Forstamts stattfinden, das den Wald der Demokratie weiter pflegen wird.

Mit Pflanzaktionen an vielen Standorten präsentiert sich die Arbeitsgemeinschaft Wald Baden-Württemberg als „die Lobby für den Wald“. In ihr haben sich vier forstliche Verbände zusammengeschlossen: der Baden-Württembergische Forstverein, der Bund Deutscher Forstleute, der Verein für forstliche Standortskunde und Forstpflanzenzüchtung sowie die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Erster Vorsitzender der AG Wald ist Ulrich Burr, stellvertretende Vorsitzende sind Dietmar Hellmann (BDF), Ulrich Kienzler (BWFV) und Alfred Rupf (VFS).

Zumeldung zur PM 18.10.2016 der Landesregierung Baden-Württemberg

Landesregierung stellt Leitbild „Erholung und Sport im Wald“ vor

AG Wald Baden-Württemberg e.V.: Empathie ist der Schlüssel für ein harmonisches Miteinander im Wald/ AG Wald begrüßt aktuelles Leitbild Erholung und Sport im Wald von Baden-Württemberg / Die Bedeutung von Wald als Erholungsort steigt stetig.

(Stuttgart) – „Vereinfacht gesprochen bedeutet das Ergebnis des Leitbildes: der Wald ist für uns alle da – aber nicht um jeden Preis“, begrüßt der Vorsitzende der AG Wald Baden-Württemberg, Ulrich Burr das neue Leitbild. Die Freizeitnutzung im Wald in Deutschland ist durch das im Landeswaldgesetz verankerte freie Betretungsrecht zu Erholungszwecken demokratisch geregelt. Dennoch prallen die Interessen der verschiedenen Nutzerdgruppen immer wieder hart aufeinander. Der runde Tisch war der richtige Weg, die Problematik bewusst zu machen und zu entschärfen “, sagt der Vorsitzende der AG Wald Ulrich Burr anlässlich der Vorstellung des Leitbildes Erholung und Sport im Wald durch den Ministerpräsidenten Kretschmann am 18. Oktober 2016 im Königin-Olga-Bau in Stuttgart.

Es kommt nicht oft vor, dass sich der Ministerpräsident zum Thema Wald in der Regierungspressekonferenz äußert. Umso mehr begrüßt die AG Wald das klare und längst überfällige Bekenntnis der Landesregierung zu den für die Gesellschaft wichtigen Funktionen der Wälder, die außerhalb der ständig im Fokus befindlichen ökologischen und ökonomischen Funktionen liegen. Damit wird politisch gewürdigt, dass der Wald umfassende Funktionen die Gesellschaft und die Eigentümer erbringt. Die Vielfalt dieser Funktionen und die Vielfalt der Ansprüche der Gesellschaft an die Wälder im Land müssen ausbalanciert und moderiert werden. Dies ist wesentliche Aufgabe der Forstleute im Land. Sie stehen im Zentrum der Interessenskonflikte. „Wir freuen uns, dass mit dem Leitbild auch eine Selbstverpflichtung der Interessenvertreter verbunden ist“, so der Vorsitzende der AG Wald und weiter: “Die Empathie der Waldnutzenden untereinander und das Wissen um das Ökosystem Wald und seiner Leistungen schaffen einen hohen Erholungswert“.

Das Forum „Erholung im Wald“ ist ein freiwilliger Zusammenschluss verschiedener Verbände und organisierter Nutzergruppen mit Bezug zum Wald. Es ist die Austausch- und Kommunikationsplattform auf Landesebene für einen konstruktiven Dialog. Die Hauptintention des Forums ist es, zu gewährleisten, das die vielfältigen Nutzungen des Waldes möglichst reibungslos mit- und nebeneinander stattfinden kann. Vorrangig wird an die Selbstverantwortung der Einzelnen appelliert und erst bei sichtbaren Bedarf Vorschläge zur Konfliktlösung und Weiterentwicklung von Regelungen erarbeitet.

Der Wald ist ein altbekannter Konfliktraum. Doch während die ökonomischen und ökologischen Bedeutungen und Leistungen des Waldes durch den Klimawandel und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit der Forstwirtschaft-und Naturschutzverbände an öffentlicher Aufmerksamkeit gewannen, ist die Erholungsfunktion des Waldes, obgleich ebenso bedeutsam wie selbstverständlich, eher stiefmütterlich behandelt worden.

Der Wald ist jedoch mehr als „nur“ Produktionsstätte für das wertvolle Holz und Grundlage jeglicher Forstwirtschaft. Er ist mehr als nur Lebensraum für (bedrohte) Tiere und Pflanzen. Er ist auch mehr als ein Schlüsselelement beim Klimawandel, mehr als Landschaft Element oder metaphysische Kultur- und Geschichtskulisse: Der Wald dient den Menschen zur Erholung und steht damit für die Freizeit- und Lebensqualität der Menschen im Land!

Wir freuen uns, dass diese Botschaft nun von der Politik ernstgenommen wird und dem Wald entsprechend seiner Leistungen gebührenden Stellenwert eingeräumt wird“ sagt Herr Burr, erster Vorsitzender der AG Wald. „Die Sicherung der Gemeinwohlleistungen im öffentlichen Wald kommt dabei eine herausgehobene Rolle zu“. Doch dies ist nicht zum Nulltarif zu erreichen. Die AG Wald fordert, dass damit auch die Stärkung der Forstverwaltungen im Land und ein klares finanzielles Bekenntnis zur Stärkung der Gemeinwohlleistungen der Wälder verbunden wird.